| Leseprobe |
Die Arbeitstechniken Alle im vorliegenden Buch enthaltenen Bilder sind kleinformatige Digitaldrucke, ausgehend von originalen Datensätzen. Diese Datensätze sind das Ergebnis einer aus den Teilschritten Digitalisierung und digitale Bildbearbeitung bestehenden Tätigkeit. Dem Digitalisieren von Aquarellen ist allerdings noch die Herstellung von Aquarellen vorgelagert. Die Herstellung des Aquarells und die Bildbearbeitung am Computer sind die künstlerisch prägenden Teilschritte. Das Digitalisieren und der Digitaldruck dagegen sind heute handwerkliche Praktiken, die neben zeitgemäßen Geräten und Maschinen ästhetisches Empfinden und viel Praxiserfahrung erfordern. Bei der Erarbeitung der druckreifen Datensätze für dieses Buch, ausgehend von Aquarellen (AQ) und Fotografien (FO), wurde darauf geachtet, dass die für diese Techniken typischen Bildmerkmale durch die »sanfte« Bearbeitung erhalten bleiben. Die Arbeitsbezeichnung Aquadig und Fodig sind von mir gewählt und stehen für eine tiefgehende digitale Bearbeitung von Aquarellen oder Fotografien. Als Aquadig-Technik (AD) bzw. Fodig-Technik (FD) werden demnach die Anwendungen spezieller Computer-Bearbeitungs-Routen für digitalisierte Bilder mit nachfolgendem Druck der hiermit erzeugten originalen Datensätze auf digital getriebenen Druckmaschinen bezeichnet. Diese beiden Techniken besitzen in besonderem Maße den Reiz des Zufälligen und können sehr kreativ eingesetzt werden. Während durch das Fotografieren vorrangig und sehr bewusst realistische Abbildungen entstehen, können durch die Aquarellmalerei und die genannten digitalen Techniken sowohl realistische als auch abstrakte Bildwerke geschaffen werden. Alle vier Techniken haben ihre besonderen Stärken sowie ihre speziellen Nachteile. Ihr jeweiliger Einsatz ist von der Situation, den Möglichkeiten und den gewünschten Aussagen abhängig. Für mich war es ein großer Vorteil, in Abhängigkeit von den Bedingungen, Erwartungen, Stimmungen und in Abhängigkeit vom Bildinhalt zwischen den vier Techniken wählen zu können. Es soll nicht unerwähnt bleiben, dass das »Malen mit haarlosen Pinseln« eine vergleichsweise geringe Belastung des persönlichen Umfeldes darstellt. Auch kann der großzügige Umgang mit gesundheitlich problematischen Farbzubereitungen mit Allergiepotential vermieden werden.
Die Arbeitsschritte Das Digitalisieren von strukturierten Objekten, mithin die Erstellung von digitalen Ausgangs-Datensätzen, ist die Voraussetzung für die digitale Bearbeitung. Das Digitalisieren eines Objektes kann sowohl durch Scannen als auch durch Fotografieren mit einer Digitalkamera erfolgen. Für flächige Vorlagen wie Aquarelle, Bilder, alte Fotografien oder Dias ist das Scannen mit einem sehr gut auflösenden Scanner prinzipiell geeignet. Variabler hinsichtlich der Vorlagengröße ist das Fotografieren mit einer Digitalkamera. Das gelingt auch mit einer leistungsfähigen Kompaktkamera. Der komfortablere Weg ist sicher das Fotografieren mit einer digitalen Spiegelreflexkamera, ausgerüstet mit Makroobjektiv und unter Verwendung erprobter Beleuchtungsverhältnisse. Ein weiterer Vorteil der Digitalisierung mit der Kamera liegt darin, dass sie nicht nur flächige Vorlagen, sondern auch für dreidimensionale Objekte eingesetzt werden kann. Beispielsweise ist durch Fotografieren mit der Digitalkamera auch das Digitalisieren von Landschaften, Gebäuden, Blumen, Menschen und Tieren möglich, was von sehr vielen Fotografen seit einigen Jahren intensiv betrieben wird.
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