Details
Die Vision: Immer mehr Männer, herkömmlicher Beziehungen überdrüssig, leben mit Cybergirls zusammen.Behörden sind längst für den Fortbestand der Menschheit zuständig. Das Konzept von Familie und traditioneller Lebenspartnerschaft existiert nur noch als Randerscheinung.
Eine Zeit unweit der unsrigen?
»Kontrastwelten« skizziert das Zusammenleben zwischen dem Lehrer Bernd Tabori und seiner »Gefährtin« – dem Cybergirl Tamara. Diese – technisch erzeugt – ist von bestechender Schönheit und überragender Intelligenz, was den Alltag nicht immer unproblematisch gestaltet. Zumal Bernd, der mit Tamara die Sehnsucht nach einem unkomplizierten Leben zu stillen versucht, nichts von ihrer vorgegebenen Mission, ihn zu einem gesünderen Leben zu »erziehen«, ahnt. Kontrastiert wird seine »Gefährtin« von Iris Dragovic – einer Lehrerkollegin –, die ihn heimlich liebt und Cybergirls nicht nur deshalb den Kampf angesagt hat. Ein packendes Szenario entwickelt sich, an dessen Ende sich die Welt mindestens eines Akteurs auflöst ...
»Kontrastwelten« greift tief in die Strukturen zwischenmenschlicher Beziehungen ein und setzt wahrhaftige, menschliche Gefühle zu kalkulierbarer, technisch erzeugter Zuneigung ins Verhältnis. Der Roman beschreibt das Scheitern von Schönheit und Perfektion, wirft die Frage nach dem Menschsein auf und nähert sich der komplexen Beziehung zwischen den Geschlechtern auch aus dem Blickwinkel der Konturenverschiebung zwischen Mensch und Maschine.
Jürgen Vanselow entwirft eine Gesellschaft, die zwar visionär anmutet, in der sich aktuelle gesellschaftspolitische Debatten um Designerbabys, künstliche Intelligenz und staatliche Einflussnahme aber ebenso wiederfinden wie die widersprüchliche Natur des Menschen selbst.
Mehr als nur eine Vision?
Zusatzinformation
| ISBN | 978-3-940085-46-7 |
|---|---|
| Autor | Jürgen Vanselow |
| Buchtitel | Kontrastwelten |
| Untertitel | Gesellschaftsroman mit visionären Zügen |
| Lieferbarkeitsstatus | lieferbar |
| Auflagenart | Neuausgabe |
| Erscheinungstermin | 12.09.2011 |
| Verlag | Verlag Neue Literatur |
| Seitenzahl | 338 |
| Breite (cm) | 14,80 cm |
| Höhe (cm) | 21,00 cm |
| Verarbeitung | Softcover |
| Abbildungen s/w | k. A. |
| Abbildungen farbig | k. A. |
| Autoren-Information | |
| Leseprobe | Müde fiel die Tür hinter ihm ins Schloss. Erschöpft von einem langen Arbeitstag betrat Bernd sein Wohnzimmer, warf die Aktentasche auf einen Stuhl und setzte sich auf das zernarbte alte Sofa – ein Erbstück seiner Eltern, schwer, mit braunem Leder überzogen und schon etwas abgewetzt. Eigentlich passte es nicht in Bernds helle und eher modern eingerichtete Wohnung, die im obersten Stockwerk lag und deren großzügiger Balkon den Blick auf die Grünanlagen der Stadt freigab. Aber Bernd liebte das dicke Leder, das nach Natur und Kindheit duftete und auf dem es sich so herrlich entspannen ließ. Er fuhr sich mit den Fingern durch das kurz geschnittene Haar. Dabei blieben zwei graue Haare in seiner Hand zurück. Missmutig musterte er diese Zeugen seines beginnenden körperlichen Verfalls. Zwar hatte er sich gut gehalten – sein Körper war einigermaßen durchtrainiert – und doch waren seine 46 Jahre nicht spurlos an ihm vorbeigegangen. Bisweilen schmerzte ihm sein linker Ellenbogen und wenn er sich im Spiegel betrachtete, gewann er den Eindruck, dass sein Körper doch nicht mehr jene Straffheit besaß, auf die er früher so stolz gewesen war und die den Frauen so gefallen hatte. Auch trat das Grau in seinen ehemals blonden Haaren immer deutlicher in den Vordergrund. Obschon er im vertrauten Kreis scheinbar unbefangen darüber scherzen konnte, war grau für ihn das Symbol des Alters. Das Haar alter Menschen war ebenso grau wie ihre Haut. Selbst bei ihrer Kleidung dominierten Grautöne. Bernd hatte den Eindruck, dass die Alten diese Farbe selbst beim Autokauf bevorzugten. Vermutlich war auch ihr Leben in Grautöne getaucht. Wenn Graues aus der Welt verschwand, schien es niemand zu vermissen. Grau war eine Vorstufe zum Nichts. Vor einiger Zeit hatte er sich das Haar kurz schneiden lassen. Dadurch wirkte er einige Jahre jünger – jedenfalls behaupteten das seine Freunde und Bekannten. Bernd unterrichtete Sport und Naturwissenschaften und genoss es durchaus, wenn ihn eine Schülerin der oberen Klassen anerkennend musterte. Vor allem dann, wenn es sich um eine besonders attraktive handelte. Sie zeigten ihm, dass er als Mann noch immer in einer höheren Liga mitspielte. Im Kollegenkreis war dieses Thema ein Tabu, doch empfanden hier alle gleich, dessen war er sich sicher. Mit Ausnahme vielleicht des Schulleiters, eines hageren, fast fleischlosen Mannes fortgeschrittenen Alters. Ein humorloser, pedantischer Bürokrat, dem alles Lebendige fremd zu sein schien. Bernd war sich sicher, dass dessen Testosteronwerte mindestens so niedrig waren, wie seine Neigung alte Gewohnheiten abzulegen. Bei all dem war Bernd nicht entgangen, dass er bei seinen Schülerinnen immer seltener Gegenstand weiblicher Phantasie wurde; zumeist sprach aus ihren Blicken nur noch Desinteresse. |
| Verkaufshinweise | k. A. |
| Rezensionen | k. A. |
| Beigaben | k. A. |
| Gewicht | 0,00 |
