Dämonen und andere Komplikationen

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Kurzübersicht

Menschlich, allzu menschlich sind die Dämonen, die Roterberg da heraufbeschwört

Details

Menschlich, allzu menschlich sind die Dämonen, die Roterberg da heraufbeschwört … von denen wir lesen und hören. Jede der zwölf Geschichten ist ungewöhnlich: ungewöhnlich schön, ungewöhnlich tragisch, ungewöhnlich ehrlich, ungewöhnlich gefährlich. Und jede hat ihren eigenen Song.
Was geht in einem vor, der seine Frau an ihrem achten Hochzeitstag bei einem Seitensprung überrascht und der am gleichen Tag selbst in ein sinnliches Abenteuer verwickelt wird, das einen tödlichen Ausgang nimmt? Was bringt einen starrköpfigen, verbitterten Mann dazu, das Leiden seines verhassten Schwiegersohnes durch aktive Sterbehilfe zu beenden? Wie reift in einem Fünfzehnjährigen die Erkenntnis, dass sein Opa noch längst nicht zum alten Eisen gehört? Was, wenn man sich urplötzlich ins Mittelalter versetzt sieht und dort einen Kampf auf Leben und Tod führen muss?
Motive aus Traumgefilden und aus allen Lebenslagen, darunter der treibende Rhythmus von Sex, Drugs & Rock ’n’ Roll. Fantasiewelten prasseln auf Alltäglichkeiten; Träume legen sich wie ein doppelter Boden unter den Ernst des Lebens.
Diese Geschichten sind wie gute Rockmusik – manchmal rau, manchmal sanft, aber immer in voller Lautstärke.

Zusatzinformation

ISBN 978-3-938157-99-2
Autor Steffen Roterberg
Buchtitel Dämonen und andere Komplikationen
Untertitel  
Lieferbarkeitsstatus lieferbar
Auflagenart Neuausgabe
Erscheinungstermin 20.10.2008
Verlag Verlag Neue Literatur
Seitenzahl 210
Breite (cm) 12,20 cm
Höhe (cm) 19,90 cm
Verarbeitung Softcover
Abbildungen s/w k. A.
Abbildungen farbig k. A.
Autoren-Information

Steffen Roterberg

Leseprobe

MARATHON

Was hat ein Song über Selbstmord mit einem Marathonlauf zu tun, der doch vom Lebensgefühl her das ganze Gegenteil ausdrückt? Wieso tut man sich so etwas, mehrere Dutzend Kilometer durch Wald und Wiesen zu rennen, eigentlich freiwillig an? Vielleicht – so könnte es in meinem Fall gewesen sein – wenn die Pubertät, mit Mitte Dreißig, ungebremst auf die ersten Ausläufer der Midlife Crisis knallt. Aber der Reihe nach.

Nachdem ich mehrere Jahre in einem Fitnessstudio Laufbänder, Crosstrainer und Spinningräder malträtiert hatte, kam der Punkt, an dem die Frage nach dem Warum auftauchte. Sicher, es ist gut für die Gesundheit und das Wohlbefinden und man kann Kondition auf- und Aggressionen abbauen. Aber ein Ziel musste her. Nägel mit Köpfen. Ein größerer Lauf, um die eigenen Grenzen zu finden. Als Thüringer vom Rennsteiglauf nicht gehört zu haben, ist praktisch unmöglich. In einem Anfall von Größenwahn habe ich die Unterlagen angefordert. Die erreichten mich ganz fix, im Februar. Kurz vor Ablauf der Meldefrist, Mitte April, hab ich das Zeug ausgefüllt und zurückgeschickt. Als die Bestätigung eintrudelte, nahm die Sache dann doch recht ernsthafte Formen an.

Ich hatte vorher meine Klappe nicht halten können, einige Kollegen und Freunde wussten von meinem wahnwitzigen Vorhaben. Da ich nicht wie ein unverbesserliches Großmaul dastehen wollte, blieb mir keine Wahl. Also ging ich an die unmittelbare Vorbereitung. Ein alter Hase hatte mir geraten, schon im Vorfeld längere Strecken zu laufen. Was ich beherzigte. Allerdings musste ich ständig meine Zeitvorstellungen korrigieren. Nach hinten.

Plötzlich war er da, der bewusste Tag im Mai. Der Abend vor meinem Waterloo war gekommen. Traditionell findet da ein Kloßessen statt. Das wollte ich mir dann doch nicht entgehen lassen. In einer Turnhalle waren Tische aufgebaut. Es lag eine seltsame Atmosphäre in der Luft, positive Schwingungen, förmlich greifbar ... 

Verkaufshinweise k. A.
Rezensionen k. A.
Beigaben CD
Gewicht 0,270

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