Sommerkuss

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Kurzübersicht

Mit »Sommerkuss« gibt Ina Rudolph ihr beachtliches literarisches Debüt.

Details

Mit »Sommerkuss« gibt Ina Rudolph ihr beachtliches literarisches Debüt.
Das Talent zum Schreiben hat man ihr von vielen Seiten bestätigt. So entstand aus der Beschäftigung mit einem Theaterstück, das sie für sich und eine Musikerin erarbeitet hatte, die erste Kurzgeschichte. Dann »schreibe ich einfach weiter und bin erstaunt, dass ich das kann.« Rudolphs Schreibe ist locker und unangestrengt. Sie spielt die Geschichtenerzählerin mit derselben Leichtigkeit wie ihre Kino-und Fernsehrollen. Das Zwischenmenschliche mit all seinen Irr- und Reichtümern ist Dreh- und Angelpunkt der sieben Erzählungen. Es wird geliebt und gelitten, mit Klischees gespielt … die Leichtigkeit des Sommers über allem. Die feine Beobachtungsgabe, die dem guten Schaupieler angeboren ist, tut ihr Übriges. Die Charaktere, vornehmlich weiblichen Geschlechts, sind mit einer sanften Radikalität gezeichnet, die es vermag, die Oberfläche des reinen Beschreibens zu durchstoßen und den Leser mit der gleichen Intensität abzustoßen, wie sie ihn anzieht. Und doch ist die Mühe, die das macht, in keinem Satz zu spüren. In Rudolphs Geschichten kann man sich wiederfinden oder neu entdecken oder sich einfach nur gut unterhalten.


Zusatzinformation

ISBN 978-3-938157-79-4
Autor Ina Rudolph
Buchtitel Sommerkuss
Untertitel Sieben Kurzgeschichten
Lieferbarkeitsstatus lieferbar
Auflagenart Neuausgabe
Erscheinungstermin 06.12.2010
Verlag Verlag Neue Literatur
Seitenzahl 104
Breite (cm) 12,20 cm
Höhe (cm) 19,90 cm
Verarbeitung Softcover
Abbildungen s/w k. A.
Abbildungen farbig k. A.
Autoren-Information

Ina Rudolph

Leseprobe

Wiedersehen

Christina hat den weitesten Weg von allen. Sie hat sich zwei Tage Urlaub genommen. Sie schaut sich noch mal um. Der Koffer ist gepackt. Gas ist aus, die Vorhänge zu.

Es kann losgehen.

Sie war früher schlanker und hat die letzten Tage extra etwas weniger gegessen. Sie weiß nicht, ob man das sieht. Sie schämt sich ein bisschen dafür, aus dem Leim gegangen zu sein und sie kann es noch nicht mal auf Kinder schieben.
Besonders vor Lars ist es ihr unangenehm. Sie wollte ihm immer gefallen und sie hat damals alles versucht, glaubt sie.
Sie hat die Mädchen angeschaut, die er angeschaut hat und dann hat sie sich die Haare so gemacht wie die. Sie hat angefangen, seine Musik zu hören und ehrlich versucht es zu mögen. Manche Nachmittage hat sie die Telefonzelle vor seinem Haus belegt und so getan, als ob sie mit jemandem spricht. Hat sie ja auch, mit sich selbst. Da redete ihr keiner rein und es war immer jemand bei ihr. Daran hat sie angenehme Erinnerungen. Immer den Blick versonnen nach draußen gerichtet, vielleicht kommt er vorbei und es ergibt sich was. Einmal lief er tatsächlich vorbei, sah sie telefonieren, nahm kurz die Hand hoch, grinste ein bisschen und das war’s schon. Sie wusste nicht, was sie tun sollte. Sie konnte doch nicht einfach den Hörer hinknallen und das »Gespräch« so abrupt beenden, wenn er auftaucht. Was hätte er da erst gedacht. Blöder Plan, saublöder Plan.
Sie setzt sich noch mal kurz hin. Sie fühlt sich ganz schwer. Wie viel Mühe das alles gekostet hat. Zum Glück weiß er das ja nicht.
Oder doch? Hat er das geahnt oder sogar gewusst? Es wird ihr heiß um die Brust. Hat sie es jemandem anvertraut, der es dann weitererzählt hat? Ihr stockt der Atem und ihr fällt Moni ein. 

Verkaufshinweise k. A.
Rezensionen k. A.
Beigaben k. A.
Gewicht 0,235

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