Die Angst vor dem Turm

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Die Angst vor dem Turm

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Kurzübersicht

Angst, der kinderverschlingende Turm ...

Details

Angst, der kinderverschlingende Turm ...
Johannes hat Angst. Der übermächtige Turm aus seiner Kindheit droht sein Leben zu verschlingen. Kindheitsängste, oft salopp belächelt, holen Johannes in späteren Jahren wieder ein. Er wehrt sich zäh dagegen. Er flüchtet immer wieder in Poesiewelten - aber die Macht des Turmes ist stärker als seine Verdrängung.

Nach langen quälenden Kämpfen gegen die Symptome seiner Angst erkennt Johannes, daß eigene Schuld die Wurzel seiner Krankheit ist. Er beginnt sich mit seiner Vergangenheit auseinanderzusetzen, beginnt seine Schuld nicht zu verdrängen sondern anzunehmen. Der Kontakt zu Alexandra, seiner unehelichen Tochter, wird zum Schlüssel der Heilung

Zusatzinformation

ISBN 978-3-934141-01-8
Autor Johannes Lang
Buchtitel Die Angst vor dem Turm
Untertitel  
Lieferbarkeitsstatus lieferbar
Auflagenart Neuausgabe
Erscheinungstermin 01.04.1999
Verlag Verlag Neue Literatur
Seitenzahl 222
Breite (cm) 15,50 cm
Höhe (cm) 22,50 cm
Verarbeitung Softcover
Abbildungen s/w k. A.
Abbildungen farbig k. A.
Autoren-Information

Johannes Lang

Leseprobe

Kind im Turm
Vor dem Spiegel

Unruhig blieb Johannes vor dem Spiegel stehen. Er betrachtete sich eine Weile, wandte sich ab und ging dann wieder zum Spiegel zurück… Seit langem schon ahnte er, daß es kaum noch ein Entrinnen geben würde: Ein Gehetzter war er, dem Turme ausgeliefert.

Hätte jetzt jemand die Tür geöffnet, hätte er denken können, Johannes wolle sich für einen Arzttermin zurechtmachen oder auch für einen Spaziergang. Noch war ihm äußerlich nichts anzusehen! Die Beklemmung, die unaufschiebbare Gefangennahme, sie waren ihm noch nicht „ins Gesicht" geschrieben, die Fesseln, wie aus Steinen gemauert, die ihn zu lähmen begannen, sie waren für die anderen noch nicht zu bemerken. Auch die Klinik, die er nun schon einige Monate beanspruchte, die glaubte, die steinernen Fesseln lösen zu können – auch sie konnte ihn nicht befreien.
Johannes tastete vor dem Spiegel mit dem Daumen und dem Zeigefinger der rechten Hand sein Gesicht ab, dann drückte er fester zu, so daß er sich fast in einer Zange befand, dabei dachte er an die ersten Tage in der Klinik zurück…
In einem Gespräch in der Gruppe hatte der Arzt einmal gefragt, wer sich weit an seine Kindheit zurückerinnern könne, da war es, zögerlich zuerst, aus ihm herausgebrochen, er könne sich sehr weit zurückerinnern, bis in die Jahre sechsundvierzig, siebenundvierzig etwa…
„… da waren Besatzungssoldaten in einem benachbarten Wirtschaftsgebäude untergebracht, es müssen Franzosen oder Marokkaner gewesen sein, die…die gaben mir eine süß schmeckende Milch, den Geschmack dieser Milch werde ich nie vergessen, aus vielen anderen würde ich sie heute noch herauskennen… dann … dann mein vierter Geburtstag, ich erinnere mich noch deutlich, ich bekam vier Bleisoldaten und zu meinem fünften eine Orange, die mein Vater kunstvoll, in der Form eines Sterns geschält hatte … auch … auch eine Katze hatten wir damals, eine ganz bunte Glückskatze, einmal hatte sie sich auf das Dach des Hauses, das an das unsere angebaut war, verirrt, durch Zurufen und Locken war sie nicht herunter zu bekommen.

Verkaufshinweise k. A.
Rezensionen k. A.
Beigaben k. A.
Gewicht 0,544

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