| Leseprobe |
Kapitel 1 Die Frage nach dem Warum Ben, ein etwa zwölf Jahre alter Junge, stand auf dem Hügel hoch oben auf der Farm seiner Eltern. Mit kleinen, vom Weinen geschwollenen Augen stand er unter einer großen Trauerweide. Es herrschte eine erdrückende Stille. Nur das Rauschen der Blätter war zu hören und mit dem leisen Wind im Einklang bewegten sich die Äste zu einer sanften Melodie. Ben setzte sich vorsichtig vor zwei größere Hügel aus Stein. Auf einem der Steinhügel stand ein aus Holz geschnitztes Kreuz auf welchem zu lesen war: Benjamin Mc Layn. Auf dem zweiten Kreuz, welches Ben noch in der Hand hielt, stand der Name: Mary Mc Layn. Behutsam steckt Ben das Kreuz in den zweiten Steinhügel, weinte ganz leise vor sich hin und fragte immer nur: „Warum, warum auch noch meine Ma?“ Keiner war da, um Ben in die Arme zu nehmen oder nur ein Wort des Trostes zu sprechen. So stand er noch lange auf dem Hügel, um langsam von seinen Eltern Abschied zu nehmen. Snupi, Bens Hund, saß neben dem Jungen und sah ihn an, als wollte er sagen: „Hey Ben ich bin doch da und werde dich trösten“, aber Ben konnte es nicht verstehen und glaubte sich ganz allein auf dieser Welt. Snupi legte sich zu Bens Füßen und wartete geduldig. Ben war ein Einzelkind. Er kannte nicht viele Leute, denn zur Schule konnte er nicht gehen, dafür hatten seine Eltern einfach zu wenig Geld. Aber dies störte Ben nicht im geringsten. Er arbeitete viel lieber mit seinem Vater auf der Farm oder sie gingen gemeinsam zur Jagd. Dies war viel aufregender als diese doofe Schule. Es reichte Ben schon, wenn er bei seiner Mutter Lesen und Schreiben lernen mußte. Sie meinte, er müsse dies als zukünftiger Farmer können, wenn er bei der Ernteabrechnung nicht übers Ohr gehauen werden wollte. Wenn die Ernte eingebracht war, und sie anschließend für zwei Tage in die Stadt fuhren, um den Überschuß zu verkaufen, wußte Ben, daß bald Weihnachten sein wird und da gab es immer das beste Festessen, welches man sich vorstellen konnte. |