Kornblumen blühten am Wegesrand

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Kornblumen blühten am Wegesrand

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Kurzübersicht

Als ich nach fast 50 Jahren meinen Heimatort wiedersehen kann, kommen alte Erinnerungen zurück. Längst vergessen Geglaubtes wird wieder lebendig. 

Details

Als ich nach fast 50 Jahren meinen Heimatort wiedersehen kann, kommen alte Erinnerungen zurück. Längst vergessen Geglaubtes wird wieder lebendig. Ich beginne, alles aufzuschreiben. Geschichte reiht sich an Geschichte: Sie erzählen von der Geborgenheit auf dem heimatlichen Hof in Schlesien, von Kriegserlebnissen und von Vertreibung. Beim Aufschreiben meiner Erinnerungen mache ich eine eigenartige Feststellung: Während die Erlebnisse, die von friedlichen Tagen erzählen, alle hell, freundlich und farbig erscheinen und sich deutlich in meinem Gedächtnis abzeichnen, als hätte es keine regnerischen und trüben Tage gegeben, sind die nachfolgenden Ereignisse nur verschwommen erhalten geblieben. Als wäre alles an wolkenverhangenen Tagen oder in der Dämmerung geschehen. Ich finde kein Erlebnis, das farbig und klar in mir ruht. Das Schreckliche trübte den Sonnenschein, den es in den Frühlingstagen gewiß gab. Ein langer Film in schwarz-weiß ...


Zusatzinformation

ISBN 978-3-934141-00-1
Autor Christa Blachnik
Buchtitel Kornblumen blühten am Wegesrand
Untertitel Erinnerungen an Schlesien
Lieferbarkeitsstatus lieferbar
Auflagenart Neuausgabe
Erscheinungstermin 01.04.1999
Verlag Verlag Neue Literatur
Seitenzahl 128
Breite (cm) 22,50 cm
Höhe (cm) 15,80 cm
Verarbeitung Hardcover
Abbildungen s/w k. A.
Abbildungen farbig k. A.
Autoren-Information

Christa Blachnik

Leseprobe

Reise in die Vergangenheit

An einem Tag im August 1991 rief ich bei Cousin Helmut an. Seine
Frau fragte: „Fahrt ihr mit nach Polen? Wir wollen in Helmuts alte Heimat. Habe ich vergessen, es dir mitzuteilen? Erwin, Manfred, Ellen (sie ist gerade bei uns zu Besuch) und ein Bekannter aus Braunsdorf. Wir fahren nach D. zu Werner und Herbert, übernachten dort. Am Morgen kommen noch Ingrid und Dieter aus der Magdeburger Gegend. Und dann alle Mann nach Braunsdorf, Mühlbach, Kochsdorf und Zibelle.“
In diesen Orten hatten die Cousinen und Cousins einmal gewohnt. Wie gerne führe ich mit. „Nehmt ihr mich mit? Könnt ihr hier vorbeikommen?“ Ja. „Ja, ja, ja!“ Ich werde meine Heimat wiedersehen. Und damit beginnt meine Reise in die Vergangenheit. Sie holen mich ab, wollen nach Dresden, Burg Königstein und einen Ort, in dem Helmut während des Krieges war, besichtigen.
Abends treffen wir müde bei Herbert und Werner ein. In der Garage ist ein langer Tisch festlich gedeckt. Alle kennen sich schon und begrüßen sich herzlich. Ich bin eine „Neuerwerbung“ und werde als „echte“ Cousine vorgestellt.
Am Morgen steigen wir in die Autos. Auf in die alte Heimat!
Wir überqueren die Neiße-Brücke. Über diese Brücke bin ich schon einmal gegangen, nur in entgegengesetzter Richtung, hinter den Erwachsenen her, die mit den letzten Habseligkeiten vor mir gingen. Nun sind wir in Polen. Früher war hier Schlesien, Niederschlesien.
Seit heute morgen habe ich dieses Kribbeln im Bauch. Möglichst viel möchte ich von der Umgebung erfassen, keine Einzelheit vergessen.
Gleich hinter der Brücke beginnt der Polenmarkt. Ein Durcheinander! Die Autos, die Menschen! Wir fahren nur ein kurzes Stück weiter und – Ruhe. Kein Auto, kein Lärm. Links und rechts erstreckt sich der Wald, der zum ehemaligen Muskauer Fürst-Pückler-Park gehörte.
Marile erzählt. Helmut sitzt ruhig und gespannt. Auch er kommt das erste Mal in seine Heimat zurück. Gewiß ist er, wie ich, voller Erwartung. Schon nach wenigen Minuten sind wir in Braunsdorf. Helmut biegt in einen Sandweg ein. Kurz darauf halten wir an. Hier stand einmal Helmuts, Manfreds, Gerds und Gerhards Elternhaus. Der Besitz von Onkel Otto und Tante Frieda.
Wir gehen über kurzes Gras einen leicht ansteigenden Hang hinauf und bleiben vor einem einzelnen Torpfeiler stehen. Das ist alles, was von Wohnhaus, Scheune, Stallungen, Hof und Garten übriggeblieben ist. 

Verkaufshinweise k. A.
Rezensionen k. A.
Beigaben k. A.
Gewicht 0,458

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