Marjelchen

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Kurzübersicht

Die Frage nach den eigenen Wurzeln ist für die Autorin Ingeborg Simon der Anstoß, sich zu erinnern.

Details

Die Frage nach den eigenen Wurzeln ist für die Autorin Ingeborg Simon der Anstoß, sich zu erinnern: an die Erzählungen ihrer Mutter sowie ihre eigene Kindheit und Jugend. Beginnend mit der Vertreibung ihrer Mutter und ihrer Geschwister aus Ostpreußen erzählt Ingeborg Simon von deren Zwischenstopp in einem Auffanglager sowie vom unerwarteten Wiedersehen der Eltern in der neuen Heimat: Thüringen. Hier erblickte die Autorin 1948 das Licht der Welt und verlebte ihre sowohl schwierige als auch schöne Kindheit und Jugend auf dem Land. Einfühlsam und ehrlich schildert Ingeborg Simon die Erlebnisse dieser Zeit. Sie erzählt von den kargen Lebensbedingungen nach dem Krieg, von ihrer Mutter, die sie liebevoll "Marjelchen" nannte – die ostpreußische Bezeichnung für »"Mädchen" –, von ihren Freundinnen, dem Mauerbau in Berlin, den sie als Teenager miterlebte, ihrer Schulzeit in der DDR sowie ihrer ersten großen Liebe.

Zusatzinformation

ISBN 978-3-938157-35-0
Autor Ingeborg Simon
Buchtitel Marjelchen
Untertitel Kindheitserinnerungen aus der Thüringer Nachkriegszeit
Lieferbarkeitsstatus lieferbar
Auflagenart Neuausgabe
Erscheinungstermin 23.02.2006
Verlag Verlag Neue Literatur
Seitenzahl 180
Breite (cm) 14,80 cm
Höhe (cm) 21,00 cm
Verarbeitung Softcover
Abbildungen s/w k. A.
Abbildungen farbig k. A.
Autoren-Information

Ingeborg Simon

Leseprobe

Stark wie ein Baum wollte ich werden

Die Sonne zeigt sich schon frühzeitig am Firmament an diesem Sonntag im August. Glücklich dem Getümmel und der stickigen Luft der Großstadt entflohen zu sein, genieße ich die Morgenfrische in meinem Garten, welcher sich auf einer Anhöhe am Rande der Stadt am Ende einer Gartenanlage befindet. Ich gehe durch das taubenetzte Gras zum Gartentisch, der unter dem reichlich Schatten spendenden Kirschbaum steht und lege meine Schreibmaterialien bereit. Die Vögel zwitschern in den Zweigen über mir und übermütige Schmetterlinge in den schönsten Farben umschwirren mich, als ich mich niederlasse. Ein Hauch von Nostalgie und Romantik beim Beobachten und Erleben der friedvollen Natur schwappt auf mich über.
Mir gegenüber, seitlich vorm Gartenhaus, ragt eine etwa zehn Meter hohe Blautanne in den Himmel. Ein gigantischer Anblick und ich frage mich, was für ein Wurzelwerk mag da wohl unterirdisch ausgelegt sein, um allen Stürmen und Unwettern stand zu halten. So kommt mir der Gedanke: Eigentlich zeigt uns die Natur, was man zum Leben braucht. Ein Stück Erde, ein Stück Heimat, wo man seine Wurzeln ausbreiten kann, damit Säfte aufsteigen und Kräfte erwachsen können, um sich voll entfalten zu können. Nun, bei dem Gedanken Heimat verweile ich einen Moment. Wo sind denn eigentlich meine Wurzeln? Habe ich in meiner jetzigen Umgebung neue Wurzeln ausbilden können und wie stark ist das Gefüge insgesamt geworden, von der Wurzel bis zur Krone?
Diesen Fragen nachhängend, kommen allmählich die Erinnerungen. Erinnerungen an stete Erzählungen meiner Mutter aus ihrem Leben, vor allem ihrer Flucht aus Ostpreußen, der Nachkriegszeit und der Zeit, in der ich geboren wurde, und so nach und nach lassen diese Erinnerungen meine eigene Lebensgeschichte lebendig werden.

Verkaufshinweise k. A.
Rezensionen k. A.
Beigaben k. A.
Gewicht 0,210

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