Rosa und Grau

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Kurzübersicht

Wolfgang Sander liebt die Frauen, er liebt Schönheit und Stärke, ein gutes Konzept, Leidenschaftlichkeit und – vor allem – Gerechtigkeit.

Details

Wolfgang Sander liebt die Frauen, er liebt Schönheit und Stärke, ein gutes Konzept, Leidenschaftlichkeit und – vor allem – Gerechtigkeit.
Kriegskind und aufgewachsen in der DDR, gerät Wolfgang Sander bei den Versuchen, seine vielseitigen Interessen auszuleben, in Kollision mit den gesellschaftlichen Umständen.
Indem der Autor psychologisch einfühlsam den Lebensweg seines Romanhelden im Konfliktfeld Ost-West nachzeichnet, entwirft er ein differenziertes Bild von der DDR-Wirklichkeit. Weder verklärend noch verteufelnd, erzählt er von Unwerten, aber auch von Werten, die möglicherweile bleiben.

Zusatzinformation

ISBN 978-3-934141-29-2
Autor Hans-Joachim Wiesner
Buchtitel Rosa und Grau
Untertitel  
Lieferbarkeitsstatus lieferbar
Auflagenart Neuausgabe
Erscheinungstermin 01.01.2001
Verlag Verlag Neue Literatur
Seitenzahl 528
Breite (cm) 14,80 cm
Höhe (cm) 20,70 cm
Verarbeitung Hardcover
Abbildungen s/w k. A.
Abbildungen farbig k. A.
Autoren-Information

Hans-Joachim Wiesner

Leseprobe

STARK UND SCHWACH
I

Der November 1946 zeigte sich erbarmungslos. Feuchte Kälte kroch von den Ausläufern des Riesengebirges hinunter ins Tal und dort in die Häuser der niederschlesischen Kleinstadt, die noch den Namen Landeshut trug, später Kamienna Gora heißen wird. Seit Tagen lagerte kalter Nebel in dichten Schwaden über der Stadt. Er nistete in den Bäumen, umhüllte die Häuser, ertränkte die Straßen. Alles verschmolz zu einem konturlosen Grau, und in dieser Verbindung schienen sich Himmel und Erde gegenseitig zu benässen. Doch nicht der Novembernebel lähmte den Lebensnerv der Stadt: Sie starb, wenn es Abend wurde. Sobald die Glocken vom Rathausturm die achte Stunde einläuteten, flüchteten die wenigen letzten Stadtgänger von den Straßen, denn ab jetzt wurde es für jeden lebensgefährlich, außerhalb seiner registrierten Wohnung angetroffen zu werden. Laut Milizanordnung war es allen deutschen Bewohnern der Stadt untersagt, in der Zeit von acht Uhr abends bis sechs Uhr morgens ihre Unterkünfte zu verlassen. Die polnische Miliz hatte Anweisung, ohne Anruf scharf zu schießen. Im Schloßgarten, einem herrschaftlich anmutenden, von mannshohen Eisengittern umzäumten Areal, schon fast außerhalb der Stadt gelegen, herrschte jedoch reges Treiben. Für die, die hier kamen und gingen, galt diese Sperre nicht. Das Haus – oder besser die Villa in diesem Garten – gehörte einer Frau von Schild. Da aber eine sowjetische Abteilung ausgerechnet in den hinter dem Garten gelegenen Wohnbaracken Quartier bezog, gab Frau von Schild vor einem Jahr das Haus im Schloßgarten auf und zog zunächst in eine ruhigere Wohnung, näher zum Stadtzentrum. Die Russen machten ihr angst, und sie waren ihr auch zu schmutzig.

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Rezensionen k. A.
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