Im Dschungel der Globalisierung

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Kurzübersicht

Es ist kein Geheimnis, dass im Zuge der deutsch-deutschen Wiedervereinigung 1990 für die gesamte Industrie der neuen Bundesländer harte Zeiten anbrachen.

Details


Dietrich Papsch zeichnet exemplarisch für viele ehemalige Ostbetriebe die Nachwendegeschichte der Deutsche Waggonbau AG nach, die in vielerlei Hinsicht typisch war. Das in der ursprünglichen Größe zu träge Kombinat wurde in eine AG mit Tochtergesellschaften umgewandelt, Zulieferbetriebe wurden ausgegliedert. Dabei war es unvermeidlich, die Zahl der Beschäftigten zu verringern – ein für die Betroffenen überaus schmerzhafter Einschnitt. Hinzu kamen die zahlreichen Privatisierungsversuche, die unter der Regie der Treuhandanstalt erfolgten – und mehr als einmal kläglich scheiterten. Dennoch waren die Ausgangsbedingungen für die DWA günstig, ihre Produkte auch nach der Wende noch konkurrenzfähig. Als Problem erwies sich jedoch die große Abhängigkeit von Aufträgen aus der ehemaligen Sowjetunion und anderen Ländern des Ostblocks. Manche dieser Märkte brachen nahezu von einem Tag auf den anderen weg. Aber auch die fundamentalen wirtschaftlichen Umwälzungen, die im Zuge der Globalisierung stattfanden, mussten ins Kalkül gezogen werden. Nicht nur einmal kämpfte die DWA ums wirtschaftliche Überleben …

Zusatzinformation

ISBN 978-3-938157-52-7
Autor Dietrich Papsch
Buchtitel Im Dschungel der Globalisierung
Untertitel Vom Überlebenskampf eines ostdeutschen Konzerns
Lieferbarkeitsstatus lieferbar
Auflagenart Neuausgabe
Erscheinungstermin 19.03.2007
Verlag Verlag Neue Literatur
Seitenzahl 208
Breite (cm) 14,80 cm
Höhe (cm) 21,00 cm
Verarbeitung Softcover
Abbildungen s/w k. A.
Abbildungen farbig k. A.
Autoren-Information

Dietrich Papsch

Leseprobe

Unternehmensberater fallen wie Heuschrecken ein

Höhl und seine Firma GFMT hatten bereits frühzeitig nach der Wende dem DWA-Management ihre Beraterdienste angeboten. In einer von ihnen selbst als kostenfreie Werbepräsentation deklarierten Veranstaltung erläuterten zwei Manager dieser Gesellschaft dem Vorstand und den Geschäftsführern der DWA am 8. Februar 1991 in Potsdam ihre Vorstellungen von der zukünftigen marktwirtschaftlichen Ausrichtung des Konzerns.
Über sechs Monate später, am 24. August 1991, stellte die GFMT der DWA im Rahmen einer Gesamtrechnung für diese nun als Workshop bezeichnete Präsentation 29.022 DM in Rechnung.

Höhl fühlte sich in dieser Zeit als Berater des DWA-Vorstandes, obwohl er nach Aussage von Groß nie einen dementsprechenden Vertrag erhalten hatte. In der gleichen Rechnung forderte er dann neben weiteren Einzelposten noch für elf weitere Beratertage ein Honorar von 38.000 DM und Reisespesen/Auslagen über 8.150 DM von der DWA ein.

Aber das waren der Unverschämtheiten noch nicht genug: Für eine Art Marketingkonzept nebst Zieldaten, Analysebericht und strategischem Informationsmanagement, das der DWA aber niemals vorgelegt worden war, war ein Rechnungsbetrag von 215.000 DM ausgewiesen. Einschließlich der gesetzlichen Mehrwertsteuer von damals 14 Prozent kam damit schon mal die stattliche Zwischensumme von 331.147,20 DM zusammen. Unter Hinweis auf eine nahezu fünfzigprozentige Zuwendung des Bundesministers für Wirtschaft war dann in der oben genannten Rechnung vom 24. August 1991 eine Gesamtforderung von 185.907,20 DM an die DWA ausgewiesen.

Groß bestätigte am 6. September 1991 auf Befragen nochmals ausdrücklich, dass weder ein Vertrag mit Höhl und der GFMT existierte noch Ausarbeitungen der in Rechnung gestellten Art der DWA übergeben worden waren.

Aber es kam noch besser: Bereits am 30. Januar 1991 hatte die GFMT für das Haushaltsjahr 1991 beim Bundesministerium für Wirtschaft auf der Grundlage der §§ 44, 44a der Bundeshaushaltsordnung nicht rückzahlbare Fördermittel zur Förderung insbesondere der mittelständischen Wirtschaft in den neuen Bundesländern und Berlin (Ost) in Höhe von 967.800 DM beantragt. Eine erste Tranche von 483.900 DM wurde in einem Bewilligungsbescheid des Bundeswirtschaftsministeriums vom 8. Juli 1991 als abrufbereit bestätigt. Es war nicht mehr nachvollziehbar, ob und inwieweit die GFMT in den Besitz der von Steuerzahlern aufgebrachten Mittel gelangte. Dennoch zeigt es in hinreichendem Maße die Unverfrorenheit mancher Leute zu jener Zeit. 

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Rezensionen k. A.
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