Leiche, Hochzeit, Hurenkind

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Leiche, Hochzeit, Hurenkind

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Kurzübersicht

"Gott grüß die Kunst!" Diese Ehrenbezeigung erweisen sich seit Jahrhunderten die Jünger der Schwarzen Kunst, ein Prädikat also, das weder Satanskult noch Magie bezeichnet, sondern ein altehrwürdiges Handwerk.

Details

"Gott grüß die Kunst!" Diese Ehrenbezeigung erweisen sich seit Jahrhunderten die Jünger der Schwarzen Kunst, ein Prädikat also, das weder Satanskult noch Magie bezeichnet, sondern ein altehrwürdiges Handwerk. Der Autor Horst Fiedler diente dieser Schwarzen Kunst jahrelang als Schriftsetzer in einer Rudolstädter und danach in einer Jenaer Druckerei. In geselliger Runde sitzen die drei alten Herren Adalwin, Gosbert und Liborius bei einer Flasche Wein zusammen im Austausch ihrer Erfahrungen aus dem grafischen Gewerbe. In heiteren Geschichten führen Sie den Leser in die Welt des Druckhandwerkes ein und lösen die zweideutige Bedeutung des Buchtitels "Leiche, Hochzeit, Hurenkind" und anderer Fachausdrücke bald mit einem Augenzwinkern auf. Natürlich nicht, ohne das Glas lobend auf den Meister der Zunft – Johannes Gutenberg – zu heben.


Zusatzinformation

ISBN 978-3-938157-51-0
Autor Horst Fiedler
Buchtitel Leiche, Hochzeit, Hurenkind
Untertitel

Humorvolles und Hintergründiges über die Schwarze Kunst Gutenbergs

Lieferbarkeitsstatus lieferbar
Auflagenart Neuausgabe
Erscheinungstermin 10.10.2006
Verlag Verlag Neue Literatur
Seitenzahl 68
Breite (cm) 12,20 cm
Höhe (cm) 19,90 cm
Verarbeitung Softcover
Abbildungen s/w k. A.
Abbildungen farbig k. A.
Autoren-Information

Horst Fiedler

Leseprobe

Leichen-Otto stellte seinen Winkelhaken, in dem er bereits einige Zeilen gesetzt hatte, auf den Setzkastenrand und genoss den für ihn ungewöhnlichen Anblick eines nackten Mädchens. Er ließ seiner Phantasie freien Lauf, bis er zu der bitteren Erkenntnis kam, dass er als 64-Jähriger lediglich zu einem heimlichen Beobachter verdammt war, ohne sich Hoffnungen machen zu können, jemals in den Genuss tatsächlicher Körpernähe zu kommen.

Tief seufzend verließ er das Fenster, kehrte zu seiner Arbeit zurück – und da geschah es. Der spätere Leichen-Otto hatte durch die Ablenkung zwei entscheidende Wörter weggelassen. Das allerdings fiel ihm erst auf, als er die 112 Exemplare fertig gedruckt hatte. Mit großem Schrecken las er: ›Für die zahlreichen Glückwünsche und Geschenke, die unser Sohn … zu seinem …‹ Der weitere Text war richtig. Hier suchte Leichen-Otto in spe vergebens nach den fehlenden Wörtern. Er hatte sie schlechthin vergessen, war also ein Opfer seiner zeitweilig geistigen und körperlichen Abwesenheit geworden, nur weil er sich an einem völlig entblößten Mädchenkörper ergötzt hatte.

Als Annegret die gedruckte Danksagung abholen wollte, erklärte ihr Otto, der Schweizerdegen, dummerweise, dass er eine Leiche gemacht habe, worüber er sich später mächtig ärgerte.

›Eine Leiche?‹, schrie Frau Annegret auf und erblasste. 

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Rezensionen k. A.
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Gewicht 0,093

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